SAROTTI, STOLLWERK, MOSER-ROTH, AUGUST STORCK KG, ESZET, HACHEZ UND WIE DIE SCHOKOLADE DEUTSCHLAND EROBERTE!
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Sarotti, Stollwerck, Moser-Roth, August Storck KG, ESZET, Hachez und wie die Schokolade Deutschland eroberte!

welcomecookie, cookie, welcome, keks, gebaeck, tee, kaffee, kakao, coffee, cocoaDie heutige  Halloren Schokoladenfabrik AG (seit 1804, gegründet von J. F. Miehte) ist die älteste bis heute produzierende Schokoladenfabrik Deutschlands.

Der erste Schokoladenboom in Deutschland fand Anfang des 19. Jahrhunderts in Dresden und Leipzig statt.

1821 begann Wilhelm Felsche in Leipzig die erste Konditoreiwaren Handlung  mit einer eigenen Schokoladenproduktion.

Schon lange in Spanien, Italien und Frankreich in Mode, fing es ebenfalls um 1835 in Deutschland an, fein und modern zu sein, sich unter Adeligen und Wohlhabenden bei einer Tasse Schokolade zu treffen und zu plaudern.

Dresden galt als Zentrum der deutschen Schokoladenindustrie. Dort werden in der Gründerzeit in den Jahren 1871 bis 1873 vier AGs im Bereich Schokolade gegründet. Um 1880 werden in Dresden etwa 550 Tonnen Schokolade pro Jahr hergestellt, ca. 30%der damaligen deutschen Gesamtproduktion von ca. 1700 Tonnen pro Jahr. Die Deutschen konsumierten im Jahre 1881 noch ca. schlappe 60 Gramm Schokolade pro Jahr.  Schokolade war zu jener Zeit noch ein Privileg der “feinen und wohlhabenden” Leute.

Um sich aus der Masse der Schokoladenproduzenten hervor zu heben, wurden schon bald Markennamen eingeführt, die dem Kunden eine immer gleiche Qualität versprachen. Die Bedeutung findet auch in den ersten Gesetzen dazu ihren Niederschlag, so 1874 im Warenzeichengesetz und 1894 im Gesetz zum Schutz der Warenbezeichnung.

In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wandelt sich zudem der Verkauf von Schokolade. Hatten vor allem auf dem Lande noch fahrende Händler exotische Produkte wie Schokolade “feil geboten”, entstanden im Laufe des Jahrhunderts zunehmend Kolonialwarengeschäfte und ein Trend zur Spezialisierung bei vormaligen Gemischtwarenläden.  Gegen Ende des 19. Jahrhunderts entsteht in Deutschland die Konsumgesellschaft und in den großen Städten beginnen die ersten Kaufhäuser die Kundschaft anzuziehen.

Schokolade wird im Laufe der Zeit immer mehr verfeinert und in verschiedenen Arten und Formen angeboten; Schokolade in Blöcken und Tafeln, Kakaopulver, Block- und Kochschokoladen, Pulver für Trinkschokoladen, Hohlfiguren, Pralinen etc. Die Firma Sarotti bietet im Jahre 1880 auch Pralinen mit Ananas, Himbeere, Vanille, Mocca, Erdbeere, Nuss, Pistazien und Nougat an. Auch Kakaotee findet sich in vielen Angeboten der Zeit, er wurde aus den Schalen der Kakaobohnen gekocht.

Am 6. Januar 1877 wird in Dresden der Verband deutscher Schokoladefabrikanten gegründet. Ziel des Verbandes ist es, die von ihm selbst aufgestellten Richtlinien durchzusetzten. Neben der Kontrolle von irreführenden Bezeichnungen ist es vor allem der Kampf für die Qualität der Schokolade, um die sich der Verband bemüht.

Mit dem zunehmend guten Geschäft mit Schokolade kommen nämlich viele Hersteller auf die Idee, Teile des teureren Importproduktes Kakao durch billige Stoffe zu ersetzten. Ab 1878 gibt es eine eigene Verbandsmarke, die die Reinheit der damit versehenen Produkte garantiert. Hersteller, die diese Marke verwenden wollen, müssen sich dafür jederzeit kontrollieren lassen. Folgende Aufzählung zeigt einige beispielhafte Beimischungen zur Schokolade.

Verwendet wurde als Ersatz für Kakao: verschiedene Getreidemehle, Kartoffelstärke, Bohnen- und Erbsenmehle, Kreide, Ziegelsteinpulver oder Gips. Als Ersatz für Kakaobutter wurde Talg, Kokosnussöl, Olivenöl oder Mandelöl beigemischt.

Ein Auszug der Liste deutscher Hersteller:
* J. F. Miehte in Halle/Saale 1804 (ist heute die Halloren Schokoladenfabrik AG)
Die Halloren Schokoladenfabrik AG ist die älteste bis heute produzierende Schokoladenfabrik Deutschlands.

* Hildebrand in Berlin 1817 (wurde später von Stollwerck aufgekauft)
* Waldbaur in Stuttgart 1848 (von Stollwerck aufgekauft)
* Sarotti 1852 in Berlin (1998 von Stollwerck aufgekauft)
* ESZET Staengel & Ziller in Stuttgart 1857 (von Stollwerck aufgekauft)
* Stollwerck in Köln 1839 (gehört heute zu Barry Callebaut)
* Wilhelm Felsche in Leipzig 1821 (existierte bis 1967)
* Jordan und Timaeus 1823
* Maschinenfabrik J.M. Lehmann in Dresden 1834
* Moser-Roth in Stuttgart 1841 (gehört heute zur August Storck KG)
* Petzold und Aulhorn in Dresden 1843
* Café Reber in Bad Reichenhall 1865
* Formenfabrik Anton Reiche in Plauen bei Dresden 1870
* Hartwig & Vogel, Dresden 1870 (Marke: Tell-Chocolade Cacao)
* Hachez in Bremen 1890
(Quellen und Wikipedia)

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